Arbeitgeber dürfen krankgeschriebene Beschäftigte durch Detektive überwachen lassen und ihnen die Kosten hierfür in Rechnung stellen, wenn diese die Krankheit tatsächlich nur vorgetäuscht haben, um eine Lohnfortzahlung zu erreichen. Voraussetzung ist ein berechtigter Anfangsverdacht, dass der Mitarbeiter seine Krankheit nur vortäuscht.
(BAG Kassel, AZ 8 AZR 5/97)

Detektivkosten sind im Kostenfestsetzungsverfahren erstattungsfähig, wenn sie sich im Verhältnis zur Bedeutung des Streitgegenstandes in vernünftigen Grenzen halten, prozessbezogen waren, die erstrebten Feststellungen als notwendig angesehen werden konnten und eine einfachere Klarstellung nicht möglich war. Insbesondere ist es entfernt residierenden Versicherungen zuzugestehen, bei sehr hohen Schmerzens- geldforderungen auch im Interesse ihres Versicherten einen Detektiv zur Überprüfung einzusetzen. Dessen Kosten sind in angemessener Höhe erstattungsfähig. (OLG Nürnberg, AZ 4W3657/90)

Detektivkosten sind privat absetzbar, wenn konkreter Verdacht besteht.
(AG Hessen, AZ 8K3370/88)

Mieter, die in einem Räumungsprozess mit Hilfe eines Detektivs die Eigenbedarfsgründe des Vermieters als unrichtig entlarven, können die Detektivkosten vom Vermieter zurückverlangen.
(AG Hamburg, AZ 38C110/96)

Detektivkosten zur Ermittlung eines sonst nicht nachweisbaren, schwerwiegenden Fehlverhaltens können im Verfahren wegen Trennungsunterhalt erstattungsfähig sein. (OLG Stuttgart, AZ 8WF96/88)

Vorprozessuale Detektivkosten sind erstattungsfähig, wenn die Einschaltung einer Detektei in unmittelbarem Zusammenhang mit einem konkreten Rechtsstreit steht und die Beauftragung eines Detektivs bei objektiver Betrachtung aus der Sicht der Partei zur Führung des Rechtsstreites im Hinblick auf eine zweckentsprechende gerichtliche Rechtsverfolgung oder -verteidigung notwendig im Sinne von § 91.1 ZPO war.
(OLG Koblenz, AZ 14NW671/90)

Im Unterhaltsprozess sind Detektivkosten zur zweckentsprechenden Rechtsverteidigung notwendige Aufwendungen, wenn der Unterhaltsberechtigte Arbeitseinkommen verschweigt, ein Detektiv seine Arbeitsstätte ermittelt und die von ihm getroffene Feststellung die prozessuale Stellung des Unterhaltspflichtigen verändern kann.
(OLG Schleswig, AZ 15WF1592/93)

Der erste Senat des OLG Zweibrücken (AZ 1W13/87) sowie die OLG Hamm (AZ 15W405/68), Braunschweig (AZ 3W10/74) und München (AZ W1234/76) haben in ihren Urteilen Detektivkosten als außergewöhnliche Parteienaufwendungen für erstattungsfähig bzw. -pflichtig erklärt, so sie zur zweckentsprechenden Rechts- verfolgung oder Rechtsverteidigung notwendig waren.
(§91Abs.1 Satz 1 ZPO)